Wildes Theater

Improvisation gefällt in Neuler 

Neuler (ebe) – Die „Wilde Bühne“ im Farrenstall musste zwar unter Herbert Grönemeyer leiden, weil auf den Straßen kein Durchkommen war, aber die Zuschauer haben gerne ausgeharrt, weil sie wussten, dass es sich lohnen würde.

Seit 18 Jahren sind die Menschen der „Wilden Bühne“ der Garant für Lachmuskelkater, befreiende Komik und aufatmende Selbsterkenntnis. Das Konzept für diesen Theaterabend lautet „Improvisation“. Nichts ist geplant. Es kommt auf die Zuschauer an, wie der Abend verläuft. Sie geben die Themen vor, bestimmen die Energie. Drei Darsteller, zwei Frauen, ein Mann, ohne Kostüme, lediglich in schwarz-weiß gekleidet, spielen, was das Zeug hält. 

Alles ist gut, so lang du wild bist 

Eine Spielmacherin, die enthusiastische Lea Butsch, Gründerin der Theatergruppe, erfragt beim Publikum die Themen und los geht’s: Einen Reifenwechsel einmal traurig, einmal begeistert, ein Blind Date mit zwei Frauen, die immer wechselnd mal die Berechnende, mal die Sexi-Hexi spielen. Szenen mit Nonsenssprache im Wechsel mit Deutsch und bei „Stopp, das verlangt nach einem Lied“ geschmetterte Arien im Solo und Duett. Die Zuschauer halten sich den Bauch, lachen Tränen und können nicht mehr gerade sitzen. Die drei Akteure, ehemalige Drogensüchtige, spielen was das Zeug hält. Da rinnt der Schweiß, da können sie sich selbst das Lachen kaum verkneifen.

Hier wird das Wort von George Tabori „Das Sein bestimmt das Spiel“ sichtbar, fühlbar und greifbar. Sie sind lebendig, da, präsent und in ihrem ganzen Sein auf der Bühne und in ihren Rollen. Das teilt sich mit, das überträgt sich, das steckt an. 

Mit unglaublicher Spielfreude, Begeisterung und Fantasie sind sie dabei. Ihre Kreativität kennt keine Grenzen und die Spontaneität, mit der sie auf ständig neue Situationen eingehen mussten, war atemberaubend. Bei der Zugabe durften dann die Zuschauer die Akteure wie Marionetten bewegen, was erneut zu Lachsalven und großem Applaus führte. Alles ist gut, so lange Du wild bist. 

Beate Eberstein

(Quelle: Jagst Zeitung)

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