„Wilde Bühne“ bot Suchtprävention mal anders

Szene auf der Bühne mit 2 Personen

Schwetzingen Ein voller Erfolg war das Gastspiel der „Wilden Bühne“ im Hebel- Gymnasium. Das Theaterensemble „Wilde Bühne“ aus Stuttgart besteht aus ehemaligen Drogenabhängigen, die im Rahmen ihrer Suchtentwöhnung eine Theatertherapie begonnen hatten. Aus dieser Theaterarbeit ist vor 20 Jahren ein Verein mit ehrenamtlichen Engagement geworden: Die ehemals Abhängigen sind inzwischen „clean“ und greifen in ihren Theaterstücken typische Probleme von Jugendlichen auf. Es geht um beispielsweise um Mobbing, Langeweile, Suche nach dem Kick sowie Druck und Wunsch, zur Clique dazu gehören zu wollen.

Die erste Aufführung „Mensch Kalle“ am Hebel- Gymnasium für die achten Klassen zeigte eine Gruppe von Jugendlichen, die herumhängen, Geldsorgen und Liebeskummer haben. Der Handlungsfaden ist ein Einbruch in eine Tankstelle. Eine Freundin in der Clique wird gezwungen, ein Alibi zu geben. In der letzten Szene fehlt diesen Mädchen: Wo ist die geblieben? Die Fragen sind dann der Diskussionsanlass für die anschließende Gesprächsrunde, die in den einzelnen Klassen- aber ohne Lehrer- stattfindet. Die Schauspieler diskutieren mit den Schülern in kleinem Kreis, wie sie sich verhalten hätten. Daraus entwickeln sich sehr vertrauliche Gespräche- zu denen auch gehört, dass die Schauspieler aus ihrer Biografie erzählen. Die Hebelianer nutzten die einmalige Chance, ausführlich mit den ehemaligen Drogenabhängigen zu reden.

Bei dem anschließenden Forumtheater- für die siebten Klassen- waren die Schüler zum Mitdenken und Mitspielen aufgefordert. Hier wurde beispielsweise eine Situation vorgestellt, bei der eine Schülerin einen Jungen mag, ihre Zuneigung aber verleugnet, weil die Clique ihn wegen der billiger Discounter- Kleidung auslacht. Die Schüler konnten Vorschläge zur Veränderung der Situation liefern und, falls sie Lust dazu hatten, auch gleich selbst mitspielen. Nach Beendigung der Vorstellung hatten die Siebtklässler die Möglichkeit, mit den Schauspielern direkt zu sprechen, was zu regen Diskussionen führte.

Die Schauspieler der „Wilden Bühne“ spielen so authentisch, dass die Schüler bei den Problemen sich wiedererkennen und mitempfinden können. Der Funke ist bei beiden Klassenstufen sofort übergesprungen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Präventivmaßnahmen statt, eingeladen wurde die „Wilde Bühne“ von der Schulsozialarbeiterin Elke Christofel und der Arbeitsgruppe „Gesunde Schule“. Zur Finanzierung der Aufführungen erhielt das Hebel- Gymnasium einen Zuschuss der „Gewaltpräventionsstelle Rhein- Neckar“ (www.praevention-rhein-neckar.de) „Jugendliche stark machen“ ist das Ziel und dies ist schließlich der wirksamste Schutz vor Drogen und anderen Irrwegen.

Heb

(Quelle: localmatador.de)

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