Wilde Bühne am FAG

Vaihingen (my) „Ey, ich hab alles im Griff“, versichert Hardy, der coole Typ aus dem Stück „Mensch Kalle“, das die „Wilde Bühne Stuttgart e.V.“ für die Klassen der Jahrgangsstufe sieben des Friedrich- Abel- Gymnasiums gestern im Rahmen der schuleigenen Suchtprävention im Musikpavillon aufführte.

Das Konzept der „Wilden Bühne“ besteht darin, dass Personen, die selbst die Problematik der Sucht am eigenen Leib erfahren und durchlebt haben, mit den Klassen über Schlüssel – Situationen sprechen, die Einfluss hatten auf ihre Abhängigkeit und kriminelle Laufbahn.

„Mensch Kalle“ ist ein Vier – Personen – Stück: Toni, Mäggie, Kalle und Hardy sind Freunde, die scheinbar ein eingeschworenes Team bilden. Im Lauf des Stücks bröckelt jedoch die harmonische Fassade und der Zuschauer erkennt, dass ihre Freundschaft ziemlich oberflächlich ist. Keiner nimmt den anderen mit seinen Problemen ernsthaft wahr, keiner hat Zeit zum Reden oder Zuhören. Man verbringt zwar seine Freizeit miteinander, kümmert sich aber im Grunde zu wenig um das, was den anderen wirklich beschäftigt.

Braucht Mäggie, um ihre häuslichen Probleme zu überwinden, tatsächlich das Abenteuer und den Nervenkitzel, wie Kalle glaubt? Ist Hardy wirklich der Coole, nur weil er Muskeln hat und immer ganz locker drauf zu sein scheint? Auf Kalles Verhaftung wegen Mordverdachts reagiert er ziemlich aggressiv! Und ist es echte Freundschaft, wenn Toni immer nur dann gebraucht wird, wenn sie mit Geld aushelfen oder Kalle ein Alibi verschaffen soll? „Ich bin – wie so oft – der Dumme“, sagt Kalle von sich, aber das gilt für die anderen Dreien ganz genau so.

Wenn die Schauspieler der „Wilden Bühne“ an die Schulen kommen, wollen sie gemeinsam mit den Schülern nach Antworten suchen und sie stark machen für den Alltag, für die Anforderungen, für die Probleme und Krisen, denen man täglich begegnet. Kinder und Jugendliche sollten wissen, dass jemand für sie da ist, der zuhört und mit dem man reden kann. So könnten Wegen und Alternativen gefunden werden, die helfen, das Leben zu bewältigen. Niemand hat es nötig, in Drogen zu flüchten oder seine Probleme mit kriminellen Verhaltensweisen zu lösen, lautet das Credo der Truppe.

(Quelle: Stuttgarter Zeitung)

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